Vierzehenschildkröte - 

Quelle: wikipedia.de; Richard Mayer (GNU-Lizenz)

Testudo horsfieldii

Die Vierzehenschildkröte Testudo horsfieldii, auch Steppenschildkröte oder Russische Landschildkröte genannt, ist eine Art der Gattung Testudo. Einige Wissenschaftler ordnen sie der monogenerischen Gattung Agrionemys zu.





Beschreibung
Charakteristisch für die Vierzehenschildkröte ist der ovale bis kreisrundeQuelle: wikipedia.de; Richard Mayer (GNU-Lizenz) Rückenpanzer, der insgesamt deutlich flacher ist als bei allen anderen Testudo Arten. Die Färbung reicht von gelblich über oliv bis braun mit verschieden großen dunklen Flecken. Sehr alte Tiere können fast schwarz, aber auch fast zeichnungslos gelbbraun sein. Die Weichteile sind gelb bis braun, der Schwanzschild ungeteilt und an den kräftigen Vorderbeinen befinden sich, im Gegensatz zu den anderen Testudo-Arten, grundsätzlich nur vier Zehen, die sehr kräftige Krallen tragen. Der Schwanz endet mit einem Hornnagel. Die Art erreicht eine Größe von 15 cm (Männchen) bis etwa 25 cm (Weibchen) und wiegt dann etwa zwischen 500 – 2000g. Bei Männchen ist der Bauchpanzer zudem konkav geformt, außerdem haben diese einen längeren und dickeren Schwanz.


Verbreitung
Die Vierzehenschildkröten besiedeln in vier Unterarten die Region östlich des Kaspischen Meeres über Kasachstan, Usbekistan, Tadschikistan, Turkmenistan und südwärts bis Ost-Iran, Nord-Afghanistan, Pakistan und West-Belutschistan  bis hinein in das westliche China. Dem Hauptverbreitungsgebiet nach handelt es sich um eine asiatische Art. Es gibt jedoch ein Vorkommen südlich von Kuibyschew, womit dies die am nördlichsten vorkommende Testudine wäre.
Die Vierzehenschildkröte heißt auch Steppenschildkröte, denn sie bewohnt ausgesprochen aride, teilweise steinige Landstriche wie auch Lehmsteppen. Ein dritter Name, Russische Landschildkröte, ist immer noch geläufig, da die Hauptexportländer Kasachstan und Usbekistan über einen langen Zeitraum Teil des Russischen Reiches und dann der Sowjetunion  waren. Von den Siebziger- und Achtzigerjahren bis heute wurden und werden die Tiere in großen Mengen eingesammelt und exportiert.
Zum Lebensraum der Steppenschildkröte zählen lehmige Wüsten, Steppenbereiche in der Umgebung von Oasen sowie grasige Flächen in der Nähe von Quellen und Fließgewässern.

Fortpflanzung
Wann immer ein Männchen ein Weibchen erblickt, nähert es sich werbend dem Weibchen. Mit weit ausgestrecktem Hals und auf- und ab nickendem Kopf umrundet der potenzielle Paarungspartner seine Auserkorene. Schließlich beißtQuelle: wikipedia.de; Richard Mayer (GNU-Lizenz) er sie in die Vorderbeine, um sie zum Stillhalten zu zwingen. Die Männchen besitzen in der Regel einen viel längeren Schwanz mit einem hornigen Schwanznagel, der bei zu häufigen Paarungsversuchen beim Weibchen schwere Verletzungen in der Kloakenregion verursachen kann. Während der Kopulation nimmt das Männchen eine fast senkrechte Position hinter dem Weibchen ein. Gleichzeitig öffnet das Männchen das Maul, die rote fleischige Zunge wird sichtbar.
Die Weibchen legen etwa zwei bis vier Wochen nach der Paarung erstaunlich große Eier ab, maximal 9 Stück. In der Form sind diese länglich-oval, etwa 35–40 Millimeter lang und etwa 15–20 g schwer. Die fast runden Jungtiere schlüpfen bei künstlicher Bebrütung der Eier bei 28–32 °C nach sechzig bis maximal 100 Tagen. Eine einzige erfolgreiche Paarung genügt, um die Eier für mehrere Gelege zu befruchten. Deshalb und wegen der enormen, fast schon lästigen Paarungslust der Männchen ist es sinnvoll, in menschlicher Obhut Männchen und Weibchen außerhalb der eigentlichen Paarungszeit von einander getrennt zu halten, um eine stressfreie Haltung sicherzustellen.

Schutzstatus
Seit 1975 untersteht diese Art dem Washingtoner Artenschutzabkommen, wo sie in Anhang II gelistet wurde. Die Artenschutzverordnung der Europäischen Union listet die Art in Anhang B. Daraus folgt, dass sie nur als Nachzucht und nur mit einem Herkunftsnachweis den Besitzer wechseln darf, in dem ausgewiesen ist, wo und wann die Schildkröte nachgezüchtet wurde. Weiterhin sind die Tiere innerhalb der EU bei der örtlich zuständigen Artenschutzbehörde meldepflichtig.
Von der IUCN wird die Vierzehenschildkröte als "vom Aussterben bedroht" eingestuft.
Michael Kandzia  •  Schneekoppenweg 16  •  42655 Solingen
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