Jungtiere im Alter von 1 - 6 Jahren

Vor dem Kauf sollte das Freigehege geplant und verwirklicht werden. Hierzu sollte möglichst der sonnigste Platz im Garten gewählt und in Richtung Süden ausgerichtet werden.
Morgensonne ist wichtiger als Abendsonne!

Jungtiere bis 15cm Panzerlänge sollten etwa 2-5qm Fläche zur Verfügung haben. Als Umrandung eignet sich Stein oder Holz mit einer Höhe von 30cm. Es muss aber da drauf geachtet werden das der Zaun, vor allem in Ecken nicht kletterbar ist.

Boden
Der Boden sollte uneben mit Wurzeln, Steinen und Büschen strukturiert werden. Die Tiere sollten nicht weiter als einen Meter schauen können. Sonnige sowie schattige Plätze sollen sich abwechseln. Büsche die viel lichten Schatten bieten sind die beste Wahl. Kriechender Rosmarin, alter knochiger Lavendel, Ginster, Fünffingerkraut sind einige gute Beispiele. Die Tiere leiben es versteckt im Gebüsch zu sitzen und doch von der Sonne bestrahlt zu werden. Dies gibt den Tieren ein Gefühl von Sicherheit.
Der Bodengrund sollte möglichst kalkhaltig sein. Im Gartencenter erhältlicher Dolomitkalk ist gut dafür geeignet und kann reichlich auf den Boden aufgetragen werden. Wiederholter Eintrag im Herbst ist wünschenswert. Des Weiteren können sonnige Plätze und Wege mit Kalksteinbruch geformt werden.
Wildkrautmischungen können an verschiedenen Stellen im Gehege gesät werden. So können die Tiere auf natürliche Weise nach Nahrung suchen.
Mehrer niedrige, griffige Wasserschalen sollten im Freien zur Verfügung stehen.

Frühbeet
Für die Ganzjährige Haltung im Freien wird zwingend ein Frühbeet benötigt. Hier sollte auf qualitativ hochwertige Produkte zurückgegriffen werden. Man spart nur im ersten Moment Kosten bei der Anschaffung! Bei „guten“ Frühbeeten muss nur sehr wenig zugeheizt werden und die Tiere können deutlich länger im Jahr draußen gehalten werden. Dies spart Stromkosten bei der Temperaturregulierung und einem eventuellen Aufenthalt im Innenterrarium.

Das Frühbeet ist im Prinzip ist das Frühbeet identisch zu der Außenanlage aufgebaut. Zusätzlich wird ein wärmender Spotstrahler angebracht der eine punktuelle Aufheizung auf 38°C ermöglicht. So können die Tiere morgens schnell auf Betriebstemperatur kommen und im Laufe des Tages immer wieder wärme nachtanken.
Auch ein Schlafhaus sollte bereit stehen in dem die Tiere nachts Zug geschützt ruhen können. Eine Deckelheizung für nächtliche Temperaturen unter 10°C ist nötig. Die Variante aus Aquarium Wärmematte + Thermostat UT200 wird bei mir seit Jahren erfolgreich angewendet.
Auch in Frühbeet sollte eine Wasserschale bereit stehen. Genauso wie niedrige Büsche und Futterpflanzen.
Ein automatischer Fensteröffner für den Deckel ist ein absolutes muss!! Das Frühbeet kann sich bei Sonnenenstrahlung schnell auf weit über 40°C aufheizen. Die Tiere können schnell überhitzen und sterben. Man ist nicht immer rechzeitig zugegen und kann die Temperatur keinesfalls so gut steuern wie über einen Fensteröffner.

Schutz
Die gängige Meinung ist ein Schutz vor Fressfeinden bis zu einem Gewicht von ca. 400g. Ich rate allen Haltern die in Wald- oder Naturnahen Gegenden Leben auch da drüber hinaus das Gehege gegen Feinde zu schützen. Ein Netz aus Kaninchendraht ist gut geeignet.
Das Frühbeet sollte abends mit einem Stein oder einer Klappe fest verschlossen werden. Dies verhindert abendliche Wanderungen von Schildkröten und Schutz vor Nagetieren.
Michael Kandzia  •  Schneekoppenweg 16  •  42655 Solingen
 www.schildkroeten-planet.de